Howard Carpendale auf der Bühne 
Bild: Schlagerrausch Magazin / KI

Mainz/München. Wenn Satire nicht mehr nach oben tritt, sondern nach unten tritt, nennt man das schlichtweg: Armselig. Oliver Welke hat es in der letzten „heute-show“ tatsächlich geschafft, eine Grenze zu überschreiten, die selbst für einen Satiriker im Goldrausch zu weit geht. Das Ziel seines Spotts? Nicht die Politik, sondern 150.000 „feine Leute“, die in den letzten Wochen Howard Carpendales Triumphzug durch die Hallen gefeiert haben.

Der Witz, der keiner war

Was war passiert? Welke präsentierte einen angeblichen Witz für Pflegeroboter: „Was hat hundert Beine und riecht nach Urin? Die erste Reihe im Howard-Carpendale-Konzert.“ Während das Studio-Publikum pflichtbewusst lachte, platzte dem „König der Empathie“ völlig zurecht der Kragen.

In einer Videobotschaft, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt, knöpfte sich Howard den ZDF-Moderator direkt vor: „Oliver Welke. Ich heiße Howard Carpendale. Ich bin ein bisschen enttäuscht. Ich hätte nie gedacht, dass du diese Tendenzen hast, Menschen anzumachen, die sich gar nicht wehren können.“ Howard legte nach und fragte das, was wir uns alle fragen: „Sag mal, spinnst du?“

Wayne Carpendale schießt scharf: „Schäm dich, Oliver!“

Auch Sohn Wayne Carpendale ließ kein gutes Haar an dem Mainzer Satire-Projekt. Mit einem Verweis auf Kurt Tucholsky stellte er klar, dass Satire nach oben schlagen muss – und Menschen wegen ihres Alters oder ihrer Leidenschaft für Musik zu diffamieren, einfach nur „armselig“ ist. Sein Urteil: „Ihnen fehlt Humor und Talent.“ Ein Volltreffer, der tiefer sitzt als jeder Gagschreiber-Satz aus der „heute-show“-Küche.

Die „Entschuldigung“, die keine ist

Oliver Welke versuchte sich gegenüber der „Bild“ zu rechtfertigen: Man habe für einen „schlechten Witz“ eben einen „Schlagersänger gebraucht, den jeder kennt“. Dass er dabei eine ganze Fan-Generation beleidigt, scheint er mit einem gequälten Grinsen abzutun. Eine echte Entschuldigung? Fehlanzeige. Howard bleibt hart: Solange Welke nicht um Verzeihung bittet, herrscht Funkstille.

Und Howard hat recht. Wer 60 Jahre Erfolg vorweisen kann und Stadien füllt, muss sich nicht von „Schreiblingen“ beleidigen lassen, die den Unterschied zwischen Witz und Bosheit nicht mehr kennen.

 

Bleibt schlagerrauschig und lasst euch von niemandem die erste Reihe vermiesen! Euer Andi / Schlagerrausch Magazin