Peter Kraus - Bild: Stefan Brending, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de

Rock'n'Roll-Star Peter Kraus wurde von der ARD-Tribute-Show "Udo Jürgens forever" trotz ursprünglicher Zusage überraschend wieder ausgeladen, was eine Debatte über Altersdiskriminierung im Showbusiness auslöste.

Die für November geplante ARD-Eurovisions-Show "Udo Jürgens forever" sorgt bereits im Vorfeld für Diskussionen. Rock'n'Roll-Legende Peter Kraus (85) wurde nach ursprünglicher Zusage überraschend wieder ausgeladen - angeblich zugunsten jüngerer Künstler.

Die Tribute-Show, die anlässlich des 90. Geburtstags des 2014 verstorbenen Udo Jürgens in München aufgezeichnet werden soll, war für Kraus eine Herzensangelegenheit. Als langjähriger Wegbegleiter und Freund von Jürgens hatte er bereits einen speziellen Song vorbereitet: "Was ich dir sagen will" sollte seine musikalische Ehrerbietung werden.

"Diese Absage macht mich wirklich traurig", äußerte sich Kraus gegenüber der "Bild". Der 85-jährige Künstler, der noch aktiv auf Tournee ist, betont: "Ich bin zwar 85, aber ich gehe ja noch nicht am Stock." Besonders bitter: Kraus ist der letzte noch lebende Künstler, der zusammen mit Jürgens in den 1950er Jahren seine Karriere begann.

Der Bayerische Rundfunk (BR) weist allerdings die Altersdiskriminierungs-Vorwürfe zurück. Eine Sprecherin erklärte, dass in der Show Künstler verschiedener Altersgruppen auftreten werden, darunter auch Veteranen wie Howard Carpendale und Wencke Myhre. Die finale Künstlerauswahl sei eine Entscheidung der Produktionsfirma Constantin Entertainment gewesen.

Kraus, der in seinen aktuellen Konzerten regelmäßig Jürgens' Hit "Ich war noch niemals in New York" performt, äußerte sich besorgt über die möglische künstlerische Ausrichtung der Sendung: "Ich hoffe nur, dass die jungen Künstler die Lieder von Udo nicht verstümmeln."

Trotz seines fortgeschrittenen Alters ist Peter Kraus weiterhin erfolgreich im Musikgeschäft tätig. Erst kürzlich absolvierte er eine ausverkaufte Tournee und bewies damit eindrucksvoll, dass Alter kein Hindernis für künstlerische Exzellenz sein muss. Seine Fans schätzen gerade seine jahrzehntelange Erfahrung und authentische Bühnenpräsenz.

Die Kontroverse wirft ein Schlaglicht auf die generelle Debatte über Altersdiskriminierung in der Unterhaltungsbranche und die Frage, wie das musikalische Erbe großer Künstler angemessen gewürdigt werden kann. Die Show wird am 20. November in München aufgezeichnet.